Gefiederte Fälle

Wenn ich nun unserem Besuch eine Schokoeiswaffel anbiete, wenn ich frage, ob vielleicht jemand gefrorene Heidelbeeren möchte, springe ich, zuvorkommend, lieber schnell alleine in den Keller zur Tiefkühltruhe.
Denn im Gegensatz zu den Ahnungslosen weiß ich, was mich dort, wenn ich vorsichtich das unterste Kühlfach aufziehe, in einem geräumigen, gesäuberten Amarena-Vanille-Behälter erwartet.
Schlummernd und friedlich einem Steifftier gleichend, grün gefiedert, die kleinen Wellensittichaugen erlöst geschlossen...
Behutsam nehme ich, was ich brauche, nicke ihm entschuldigend zu und schenke ihm wieder die Dunkelheit -
das ist nicht makaber, die Erde draußen ist schließlich noch viel zu hart, der Frost, wir müssen ein bisschen warten.

Zu Mittag dann regnet es vor dem Küchenfenster plötzlich schwarze Federn auf weißen Schnee, stolz tigern zwei mörderische Raubkatzen auf der Terrasse auf und ab, bevor sie sich drinnen auf weiche Kissen betten.
Die Amsel, die arme, mit solch hübschen Federn, hinterlässt hoffentlich keine Großfamilie.

10.2.10 21:34
 

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