staubtrocken

Nun gut, sagte er, also, ich fühle mich so..
diffus und überall friert es und meine Arme brechen beinahe vor lauter Kälte und das ist anders als bei der kleinen Viola aus dem Bus ( die, wenn sie nach Hause kommt, als erstes mit ihrem Mama und ihrem Papa die Fingerknochen wird knacken lassen).
Bei mir brechen alle Glieder, weil der Frost auf ihnen hockt und ihnen eine Substanz einimpft, die sie ganz starr werden lässt.
Man isoliert Hauswände auch mit Bauschaum, lerne ich.
Der wird dann ins Gemäuer gespritzt wie Zahnpasta oder Kuchensahne oder Mousse au chocolat in die Dessertschälchen am Weihnachtstisch. Bloß wird er nach 60 Sekunden zäh und nach 15 Minuten granithart. Und dann ist die Sache mit dem Crèmetörtchen gegessen, von außen allerdings dringt nichts herein.
Irgendwann dann beginnt kaltes Glas zu knistern und zu bröseln und bricht entzwei.
Ich, sagte er und schwappte beinahe über die Tischkante, werde bald selber im Bus sitzen und auf einmal merken, dass meine Beine verschwunden sind, neulich war mir so, als fehlten sie schon. Und wohin gehe ich dann und was fange ich an mit all der Kälte hinter meinen Schläfen, die sticht, wie Himbeereis, das Plomben zieht.
Ich spüre auch, dass mein Gesicht einrostet, vom Rest der unsäglichen Kälte, die hinaufzüngelt. Irgendwo tröpfelt es ein wenig, da wo das Kaminfeuer langsam verraucht und meine Brauen mit einem Ruß bedeckt, der sich nicht abschälen lässt.
Wahrscheinlich, wirft er ein, muss ich husten, aber das darf ich nicht, weil man das im Theater nicht macht, das stört den Sitznachbarn (den, der auf seinem Pfefferminz herumschmatzt). Das Meer ist ziemlich riesig und nimmt trotzdem nicht alles und jeden auf. Man sollte in den Taschen bei einem Theaterbesuch immer eine Schachtel Salbeidragees haben.
Und Oropax, sagte der Wassertropfen.
2.12.08 19:06
 

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