Ingrid hatte das Grundstück gekauft. Das Haus inklusive, das war das Besondere. So waren nicht nur die Kürbispflanzen in den Beeten sondern auch die Verandastufen ihre. Die Zimmer des Hauses gehörten ihr und -fast noch besser- erst, weil es überhaupt ein Haus gab, konnte das Gelände Vorgarten heißen. Ingrid war entzückt und reparierte zunächst sorgfältig die morschen Stellen des Gartenzaunes, besserte verwitterte Holzlatten aus und entfernte die gefährlich zum Trottoir zeigende Eisennägel, die,wie sich herausstellte, keinerlei Funktion hatten,sondern von irgendjemandem hinein geschlagen worden waren, vielleicht, um zu testen, wie stabil Holz sein konnte und wie man an der Alarmanlage sparen konnte oder auch, um zu sehen, wie lang es dauerte, bis sich jemand an ihnen verletzte und mit zerrissenem Hemd von dannen zog. Der fertige Zaun war genügend hoch, sah stabil und gepflegt aus, erlaubte es einzelnen Ranunkeln spielend, sich am Holz vorbei hin zur Straße zu schlängeln und hatte ein einladendes Tor . Der Zaun wurde von Ingrid himmelblau gestrichen.

Der Bankberater, den sie an jenem spätherbstlichen Tag aufgesucht hatte, hieß Herr Frank. Herr Frank war sehr hilfsbereit gewesen, er hatte eine Regenhose und passende Gamaschen über seinem Anzug getragen, weil es draußen wie aus Kübeln gegossen hatte. Drinnen im improvisierten Büro von Herrn Frank hatte es nicht geregnet. Dessen ausgetretenen und spröden Lederschuhe waren Ingrid aufgefallen und während er mit ihr die notwendigen Papiere durchsah, wurde Herr Frank im Redefluss mehrmals von einem trockenen und lärmenden Reizhusten geschüttelt. Ingrid hatte ihm mit Salbeidrops ausgeholfen, die er nebenbei hastig lutschte, ohne Atem zu holen, sodass er gleichzeitig den Informationsstrom nicht abreißen lassen brauchte. So redete und hustete Herr Frank, in einem fort und gleichzeitig, beobachtete Ingrid darüber hinaus dauerhaft aufmerksam, wohl um einzuschätzen, wie sehr ihn zu verstehen sie in der Lage sei.
Am Ende hustete zwar auch Ingrid, doch wusste sie auch ganz genau, wie vorzugehen sei, beantragte am nächsten Vormittag den Kredit, hielt am Abend die Hausschlüssel in Händen, war hochverschuldet doch hatte für alle Notfälle Herrn Franks Nummer im Telefon abgespeichert und war - glücklich.

Als sie das erste Mal die Haustür aufsperrte, schlug ihr ein unheimlich vertrauter Geruch entgegen. Anteile daraus rochen so, wie es früher in Hotelfluren gerochen hatte – nach Urlaub und unbekannten Räumen, nach Sonnencreme und Salzwasser, nach Brokatteppichen, der Aufgeregtheit, die beim Klang des Wirrwarrs völlig fremder Stimmen in einem aufkommt und nach gespiegelter Nachmittagssonne in dampfenden Schwarzteetassen. Es war alles in einem eine gute Duftnuance, und weil sich dazu noch eine Note mischte, die im entferntesten an Apfelkuchen erinnerte, weil da zusätzlich noch etwas Herbes war, das Ingrid sehr gefiel und dabei auch noch ein beträchtlicher Teil, der sie an gar nichts Bekanntes erinnerte, der absolut fremd war,den sie aber sofort mochte, wollte sie selbstverständlich bleiben.
Herr Frank rief an um zu fragen, ob sie alles zu ihrer Zufriedenheit vorgefunden habe, außerdem wolle er ihr noch raten, einen Zweitschlüssel für den Briefkasten machen zu lassen, schon allein wegen der Nachbarschaftlichkeit, schon allein wegen eventueller Urlaube, das sei ihm noch eingefallen und das habe er ihr noch mitteilen wollen, sie könne sich auch sonst jederzeit melden, das wisse sie ja, und ob sie, wo sie schon beim Thema seien, eigentlich bereits Bekanntschaft mit der Nachbarin habe machen können. Diese, die Nachbarin, schätze er nämlich ebenfalls sehr, sie sei „menschlich überaus weise“, leider ziemlich oft unterwegs, aber sie und Ingrid würden sich sicher gut verstehen.
Ingrid lächelte ins Telefon, verneinte, Frau - wie war der Name- Herbert? habe sie noch nicht getroffen, sie sei aber auch gerade erst zur Tür hinein, versicherte dann noch einmal, sich bei Probleme sofort bei ihm zu melden, dankte ihm und legte rasch auf, weil ihr Blick auf die Balkontür gefallen war. Dort, besser, davor, saß eine zierliche, getigerte Katze und schaute Ingrid aufgeweckt und abwartend aus graugrünen Augen an. Ingrid ging in die Knie, streckte behutsam den Arm aus und drückte die Tür auf, sodass sie und die Katze nicht mehr durch die Scheibe getrennt waren. Die Katze zögerte einen kurzen Moment, Ingrid war, als ob sie zwinkerte, dann beinahe mit dem Kopf nickte, zustimmend, zugleich fragend, und Ingrid, im Bruchteil einer Sekunde begreifend, kam zum Schluss, dass dem nichts im Wege stand. Sie erwiderte die Frage der Katze durch eine einladende Kopfbewegung und ehe sich Ingrid versah, nahm die Katze die Einladung an und kam ins Haus.
11.4.19 15:40


8.4.19 21:19


Sie brauchte nicht lange,um festzustellen, dass das Tageslicht ihr fehlte. Tag für Tag fuhr sie Strecken monotoner Emsigkeit, die Emsigkeit war dabei bei den Menschen, die von Punkt A zu Punkt B gelangen wollten, draußen zwischen den Bahnhöfen umher wuselten und drinnen Schokoriegelkrümel auf den Sitzen verloren, die Monotonie war bei ihr. Sie saß auf einem mit Schaumstoff gepolsterten Plastiksessel, der zudem gefedert war und auf- und abhüpfte. Dabei lenkte sie die Lok gelenkig durch die schmalen Tunnel, umgeben von Backsteinen, die wie eine raue Landschaft vorbei flogen – nur ohne Landschaft. Die Lok zog die gelben Waggons hinter sich her, Ingrid kam es jedoch so vor,als sei sie selbst es, die zog; acht Waggons aus Eisen und Stahl hingen an ihren Armen, wie eine überdimensionierte Entenfamilie, während sie vornweg stapfte und die schnatternde Herde durch die Dunkelheit führte.
Sie drehten Kreise auf dem Schienennetz,sie fuhren eine Vertikale von oben und dann von unten wieder hinauf. Ingrid schaute morgens in ein kleines blassgelbes Heftchen aus billigem Papier, um nachzulesen, für welche Strecken man sie heute eingeteilt hatte und dann begann sie, mit ihren Zügen die vorgezeichnete Form nachzufahren, bis sich am Abend, nach dutzendfacher Wiederholung, ein Abdruck des Weges unter die Erde gedrückt haben musste, so jedenfalls kam es ihr vor. In Kreisen vorankommen, Angst haben, nicht den Punkt abzupassen, an dem die Kreise zu Spiralen werden.
Ingrid mochte den gefederten Stuhl, ihr gefiel sogar das Gefühl, das sie hatte, wenn sie sich vorstellte, sie lotste mit aller Kraft eine emsige Entenmenge durch die Welt. Was ihr allerdings nicht gefiel, war die Dunkelheit. Die Dunkelheit brannte schwarze Flecken in ihren Kopf, die sich bis in ihr Herz ausbreiten konnten, wenn der Tag lang wurde und das künstliche Licht malte grüne Ringe unter ihre Augen. Deshalb kündigte Ingrid zum Ersten des Monats.

Am Morgen stand sie zeitig auf. Die Straßen lagen noch im Nebel und als die Sonne ein paar spärliche Strahlen schickte, brachen sie sich darin. Ein warmer Schleier waberte zwischen den Häusern umher. Der Fluss, der an dieser Stelle der Stadt bloß ein kleines Rinnsal war, gluckste in der kalten Luft und auch über ihm standen Dunstwolken; es schien aus ihm zu dampfen, als habe Ingrid einen isländischen Geysir entdeckt.
Sie trug keinen Helm, hatte darauf verzichtet. Es stimmte zwar und wie erwartet prasselten die Herbstfrüchte von den Bäumen und mehrfach traf sie eine Kastanie auf den Kopf, fiel eine Eichel vor ihre Füße,sodass sie stolperte. Es war tatsächlich so, dass der Weg Umsicht erforderte und manchmal schmerzte der Aufprall auch ein bisschen. Sie überlebte allerdings, das merkte sie, je weiter sie an diesem Morgen spazierte und es tat gut, den Wind auf der Kopfhaut zu spüren. Ein Helm hätte all das verhindert. Als sie heute aufgewacht war, war ihr klar gewesen, dass es noch etwas zu erledigen gab. Und so steckte das kleine Paket in ihrer Jackentasche, sie ertastete das Backpapier, das sie drumherum gewickelt hatte, es war rau,als sie mit den Fingerkuppen darüber fuhr. Der Briefkasten, den sie ansteuerte, lag am anderen Ende des Viertels und Ingrid lief den Weg beschwingt, aufmerksam, bewusst und kaum zögernd. Sie bog ab, ließ den Fluss hinter sich fallen, kam an dem kleinen Marktplatz vorbei, auf dem mehrere Leute auf Leitern standen, um Lichterketten zwischen die Kastanien zu hängen. Das Restaurant, das im Morgenlicht verschlafen daneben stand, war noch geschlossen. Auf der Speisekarte,die im großen Guckkasten direkt neben dem Eingang platziert war, las sie „Ragout vom Kaninchen“. Pasta alla Puttanesca, Tagessuppe. Im Vorbeigehen erhaschte sie einen Blick auf die weißen Tischdecken hinter den Fenstern. Eine Frau,die ein geblümtes Tuch um den Kopf geschlungen hatte, stand mit einem Staubsauger in der Mitte des Raums. Ingrid sah alles das im Vorbeigehen, sie erinnerte sich, dass sie einmal an dort drinnen gesessen hatte, sie dachte an den Winter, an vom Wind steife Finger, an ein warmes Heizungsrohr, an denen die Finger schließlich aufgetaut waren, während sie ein Päckchen ausgepackt und das darin eingewickelte Geschenk entdeckt hatte. Wollstrümpfe, die unter einem Jeanssaum zum Vorschein gekommen waren und an Gespräche,in denen ein deutscher Schäferhund vorgekommen war. Es gab Hundemenschen und solche, die Katzen mehr mochten. Sie gehörte zu letzteren.Sie dachte an Frühsommer, an Bier und Zigaretten neben Leuten, die Tischfußball spielten, ihr fiel ein, dass es Gesprächspausen gegeben hatte, die sich schwer hatten füllen lassen, Pausen, in denen etwas gefehlt hatte. Sie ließ den Platz hinter sich.
Ingrid erreichte den Briefkasten, der sie seit dem Erwachen wie magisch angezogen hatte. Für einen Augenblick hatte sie nicht den geringsten Zweifel. Sie suchte die Zeilen mit den verschiedenen Namen ab, fand den richtigen und ließ das Päckchen in den Schlitz fallen, bevor sie den dumpfen Aufprall hörte. Noch eine kurze Weile stand sie davor, mit leeren Händen im Morgennebel, schaute die Straße hinab und zu den Fenstern hinauf, dann drehte sie sich um und ging fort.
Später wurde sie traurig.
Noch später schwand die Traurigkeit ein Stück mehr. Schmolz davon oder kondensierte in den Nebel, der über dem Fluss empor stieg.

Danach am Tag fand sie dann ein Haus, ein Grundstück mit einem Vorgarten. Sie entdeckte darin Kürbisbeete. Die Stufen der Vordertreppe waren alt und ausgetreten. Sie hatte eine irre gute Idee. Doch das –
ist eine andere Geschichte.
30.11.18 18:26


30.11.18 16:21


29.9.18 20:24


Nach ihrer Reise in die Berge war alles sehr schnell gegangen und Ingrid hatte einen Job als Untergrundbahnfahrerin angetreten. Es war dies weder geplant noch sonderlich gewünscht von ihr gewesen, wenngleich sie zunächst auch überhaupt nicht sagen konnte,ob sie gegen diese Art, einen Großteil des Tages, manchmal auch der Nacht, zu verbringen eine direkte Abneigung empfand oder nicht. So oder so hatte sie sich der Entscheidung gebeugt, die aus einer akuten Not der Stadtverwaltung Marseille erwachsen war. Aufgrund zahlreicher und hartnäckiger Krankheitsfälle sowie ein paar knallharter Kündigungen war es dort nämlich zu lästigen Ausfällen langjähriger Mitarbeiter gekommen. Die Situation war akut geworden, so akut, dass der öffentliche Nahverkehr beängstigende Lücken aufwies und man mangels Transportmöglichkeiten bereits Überlegungen anstellte, ob es nicht vielleicht einfacher für alle Beteiligten sei, die Stadt zum Ende des Altweibersommers vorsichtshalber gleich aufzulösen und eventuell gleich in eine europäische Großstadt der Wahl einzugemeinden. Zeitungen veröffentlichten Schlagzeilen, die mit satten Zahlen belegen sollten, dass die Menschen ihr Geld zunehmend und sehr einseitig in Wanderequipment steckten. Das schien nicht weiter verwunderlich, da ein Großteil der Bevölkerung sich nun morgens die Aktentaschen,Arztkittel oder Malerpinsel unter den Arm klemmte und gegen vier Uhr erst einmal zu einem etwa dreistündigen Marsch von Nord nach Süd, Ost nach West, von oben nach unten, recht nach links, von den abgelegensten Neubausiedlungen hin zu den renommiertesten Bürogebäuden und eben vice versa am Abend aufbrach. Die Sportmediziner jubilierten zwar und auch die Bergbekleidungsausstatter vergossen Freudentränen, doch der restliche Einzelhandel reagierte gemäßigt bis schockiert und vorsichtshalber erstmal depressiv. Und als die ersten Bürger dann schon freiwillig begannen, ihre Computer eigenhändig aus dem Fenster zu werfen, mit der Begründung, sie hätten dafür überhaupt keine Verwendung mehr, ihnen ginge das Geflimmer tierisch auf die Nerven und sie seien dazu übergegangen, den Bildschirm allenfalls dekorativ zuzuhäkeln, lieber aber würden sie in Kneipp-Bad-Gutscheine investieren, war man alarmiert gewesen und hatte die Reißleine gezogen.

Ingrid hatte davon nichts mitbekommen, der öffentliche Nahverkehr war ihr vollkommen schnuppe. Sie hatte erst im Nachhinein und viel zu spät von der Notsituation erfahren. Als sie zurückkam, teilte man ihr in einem amtlichen Brief mit, dass man um ihre Leidenschaft für öffentliche Transportmittel wisse, ein Beruf in der Branche, das sei doch ein heimlicher Wunschtraum von ihr! Damit wolle man ihr, das räume man allerdings ein, offen gestanden aber auch nur Honig um den Mund schmieren, während ihr keine Wahl gegeben sei. Sie müsse nun nämlich ihrer Bürgerpflicht nachkommen und sich nützlich machen, sie habe sich, ob sie wolle oder nicht, bereits morgen zum Dienst zu melden. Sie argumentierten dann noch, dass das doch auch sehr gut zu ihrem ursprünglichen Beruf als Schäferin passe, gewissermaßen kutschiere sie dann einfach ihre Schäfchen durch die Gegend, haha.
Der Brief war auf taubengrauem Papier gedruckt gewesen und hatte ein hässliches gestempeltes Wappen getragen. Ingrid hatte ihn in ihrem Briefkasten gefunden, vor dem sie wie in Trance Halt gemacht hatte, an dem Abend als sie aus den Bergen zurückkehrte.
In ihrem Kopf hatte vorher schon ein Lagerfeuer gezüngelt, das sich den ganzen Weg über an vielen Gedanken und mehreren Szenarien aus Ingrids jüngster Erinnerung genährt hatte und nach dem Öffnen der Post breitete sich das Lodern dann in den ganzen Körper aus. Die leichte Lähmung,die sie dazu verspürte, sorgte für ein sehr seltsames und wenig angenehmes Empfinden: ein in Watte gepacktes Lagerfeuer. Vielleicht am Ende ein kleines bisschen schüttelfröstig. So in etwa fühlte sich Ingrid, die norwegische Schäferin in Umschulung.

Auf dem Hügel hatten der Schüttelfrost und sie sich gegenüber gestanden. Die zerknüllte Zeitung vor seinen Füßen, das Taschenmesser, das er verschreckt in seine Hosentasche hatte verschwinden lassen, das Holzfällerhemd, das seine missmutige Gebirgsgarderobe darstellte; der Rucksack, den sie sicher auf dem Rücken trug, die Spätmorgensonne, die zutraulich auf ihrem Nasenrücken saß, der Wind, der mutig ihr Haar kräuselte.
Das Gespräch dauerte nicht lange.
Der Schüttelfrost zeigte sich darin zutiefst verstimmt über die offensichtliche Realität, dernach Ingrid mit einem gepackten Rucksack zu ihm hinauf geklettert war und nun, in logischer Konsequenz, ganz real und leicht verschwitzt vor ihm stand. Er bestritt, i seinerzeit Postkarten mit seiner Adresse an sie verschickt zu haben, wobei ein bisschen unklar blieb, ob diese Ablehnung aus Scheu oder aber aus Ärger erwuchs.
Zerstreut lächelnd insistierte er, dass sie sich eine Einladung seinerseits zusammenfabuliert haben müsste, das tue ihm leid, aber, fügte er entschuldigend hinzu, sie würden sich ja so gesehen auch wirklich kaum kennen, sodass Missverständnisse natürlich vorprogrammiert seien.
Ingrid spürte eine feine Ader unter ihrem Auge,es fühlte sich an, als springe das dort fließende Blut wie ein Flohzirkus auf und ab.
Während das Flohblut in ihrem Körper zirkulierte, sagte Ingrid asketische, doch wichtige Sätze, komprimiert in der Anzahl und wohl ausgesucht. So war das einzige, das der Schüttelfrost noch von ihr hörte, die wahre Geschichte ihres Kennenlernens vor vielen Jahren, in einer von Herbstfarben triefenden Stadt, in einer beinahe ausgestorbenen Wohnung, einer Insel inmitten der Zivilisation.
Ingrid intonierte die Sätze wie eine Gutenachtgeschichte, die man Kindern vorträgt, immer und immer wieder, damit sie sie begreifen, sich erinnern, und irgendwann wissen, dass die Geschichte immer schon ein Teil von ihnen war.
Dann verstummte Ingrid, drehte sich um, und stieg vom Berg ab.

Nun fielen überreife Kastanien und Eicheln verfrüht von immer noch grünen Bäumen. Es waren so viele und sie fielen derart ohne Unterlass, das war so laut, dass es manchmal klang, als bröckelten sämtliche Hausfassaden schamlos und ohne, dass man etwas unternehmen könne. Als bräche die Stadt schleichend und doch rasant in sich zusammen, und nichts konnte man tun, als sich im Zickzack durch die Trümmerchen zu schlängeln. Ingrid fand, es grenze fast an ein Wunder, dass sie bislang nicht schlimm getroffen worden war. Dennoch überlegte sie, ob es nicht vielleicht angebracht sei, auf dem Weg zum Bäcker bereits einen Helm zu tragen, einfach, um nicht verletzt zu werden.
20.9.18 23:36


30.7.18 10:33


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